Funky Breeze: LIVE beim BUND
By Paul | May 26, 2010
Alle Jahre wieder. Der Kulturverein und BUND Bad Langensalza laden zum Frühlingsfest am 30.Mai im hauseigenen Garten ein. Beginn: 14 Uhr. Wir, die Musikkonditorei Funky Breeze werden das Zuckerbrot für die Ohren beisteuern. Die Wettervorhersagen sind vielversprechend. Es wird leckere irische Suppe vom stadtmäuerischen Chef de Cuisine serviert und Bratze für die, die’s thüringisch wollen, gibt’s natürlich auch. Spricht demnach viel dafür und wenig dagegen, den kommenden Sonntag im Kleinod des BUND zu verbringen.
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Kulturverein Stadtmauerturm e.V.
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Feldforschung: Lied fertig, keiner klatscht
By Paul | May 5, 2010
Stell‘ dir vor, du spielst einen Song, in einem gut gefüllten Club und das Lied ist fertig und keiner klatscht. Nicht mal aus Mitleid oder Höflichkeit. Für mich war das ein sehr lustiger Moment. Das Komische leuchtet im Tragischen besonders hell. Nun, tragisch war’s. Nicht für mich, aber vielleicht für den Mann hinterm Mikrofon. Wie kam‘s also zu diesem skurrilen Auftritt?
Es war ein kühler Winterabend in Dresden im taufrischen Jahr. Der Sänger, die tragische Gestalt, ein seit etwa 10 Jahren nicht mehr gesehener alter Bekannter, der bat mich, in seinem Projekt bei einem Bandausscheid in Dresden auszuhelfen. Ich sage zu. Neue Eindrücke, fremde Menschen und überraschende Gelegenheiten. Und natürlich konnte ich dem verlockenden Ruf der Neugier nicht widerstehn, zu erleben, was Daniel da auf die Beine gestellt hat.
Es blieben mir wenig Tage, die Lieder vorzubereiten. Acht Songs in Acht Tagen. Die Songs waren simpel gestrickt. Die Herausforderung bestand im Erleiden der Musik. Lieder, bei denen sich mein Gefieder sträubt, auswendig lernen und auch noch vor kritischem Publikum spielen. Manchmal muss ein Fakir sich eben aufs Nagelbrett legen.
Den Stil könnte man als seichten Pop bezeichnen, der von besonderer Einfachheit geprägt ist. Etwa so, als fertigst Du einen groben Entwurf eines Stücks an und präsentierst ihn als finales Werk. So richtig final wurde es dann auch am Abend des Bandausscheids – übrigens, ein faszinierendes Wort, so treffend. Auschheiden, von dannen ziehen, draußen sein, versagen. Und dann gibt es noch das Ausscheiden, etwas absondern, vom warmen feuchten Drinnen ins kalte, nasse Außen. Beide Deutungsarten vereinten sich, irgendwie, bei diesem Ausschheid.
Philipp, ein Gitarrenfreund aus Dresden unterstützte uns auf der Bühne. Auf dem Rietberger Gitarrenfestival vor zwei Jahren habe ich ihn kennengelernt, 2009 ebenfalls in Rietberg unsere musikalische Zuneigung und Freundschaft erneuert und jetzt zum dritten mal kreuzten sich unsere Wege am späten Nachtmittag dieses kühlen Februartages vor seiner Haustür, irgendwo im Schnee gekleideten Dresden.
Meiner Einladung beim Auftritt mitzuspielen, folgt er ohne zu zögern. »Ich guck einfach was Du spielst und steig dann ein.« Das kann er hervorragend, ein Vollblutmusiker. Und sobald du einem Chaoten wie der Paul einer ist, die Lieder von den Fingern ablesen willst, bekommt selbst ein simples Stück ungeahnte Wendungen. Das holpert auch mal beim Zuhören. Ein kurzes Entgleisen. Das Wichtigste dabei ist: cool bleiben und so tun als sei es absolut gewollt.
Philipp und Paul brechen also zum Konzert auf. Artur, den bandeigenen Gitarrist lesen wir auf dem Weg noch auf. Das sind drei Gitarren. Zweimal akustisch und einmal elektrisch. Es ist 19 Uhr. Soundcheck steht an. Eine passende Gelegenheit, die Lieder einmal durchzuspielen.
Zunächst ohne Sänger. Die Techniker haben sich köstlich amüsiert, als ich ihnen verriet, dass wir das erste mal miteinander musizierten und sie doch ein wenig Nachsicht mit uns haben sollten. Sie zeigten dafür Verständnis, dass drei Gitarren so weit auseinander klingen, als ob jeder aus einem eigenen Paralleluniversum seine Signale ins Publikum sendet.
Das Unvermögen der Techniker zwei akustische Instrumente adäquat abzumischen half zusätzlich dabei, den Sound in seiner Mulmigkeit und Undifferenziertheit zu optimieren.
Mit jedem Song harmonisierten sich unsere Frequenzen zunehmend. Jetzt befanden wir uns schon beinahe in Umlaufbahn des gleichen Planeten. Die Umlaufbahn des vermissten Bandleaders kreuzte schließlich 10 Minuten vor Konzertbeginn unseren Kurs.
Für große Korrekturen bleibt da nicht viel Zeit. Also rein ins Vergnügen. Ich schlüpfte mental in die Rolle des distanzierten Wissenschaftlers und werde Zeuge eines sozialen Experiments aus einer Bühnenperspektive. Eine Methode, die mir hilft traumatische Versagenserlebnisse erst gar nicht zum Tragen kommen zu lassen.
Ich sehe einzelne Publikumshäufchen. Die erste Nummer läuft an. Routiniert spulen Philipp und Paul die Akkordfolgen ab, als hätten sie‘s zum dritten und nicht erst zum zweiten mal gespielt. Artur, Gitarre #3, schwebt wieder in einer anderen Umlaufbahn.
Seine E-Gitarre-Sound schneidet sich durch die Luft. Ich höre noch Philipp zu Artur beim Soundcheck sagen: »Hey Mann, deine Gitarre ist viel zu hell!« Artur nickte nur zustimmend und änderte nichts an seiner Klangeinstellung. Seine musikalische Wahlheimat scheint ein Ort zu sein, an dem die Gitrarre nicht hell genug sein kann.
Himmel und Hölle auf einer Bühne. Nun, soweit ließ es der Sänger nicht kommen. Daniel nuschelt Trivalverse ins Mikrofon und achtet sehr darauf, ausreichend Monotonie in die Stimme zu legen. Ich beobachte Gesichter aus denen anfängliche offene Erwartung einer skeptischen Unschlüssigkeit gewichen ist, das gerade Erlebte als »richtig schlecht« oder als »nicht meine Musikrichtung« zu beurteilen. Ein verhaltener Applaus.
Philipp und Paul bekundeten sich gegenseitig mit wortlosen Blicken Verblüffung. Wie wenig doch ausreicht, um Beifall zu ernten. Getrieben von wissenschaftlichen Erkenntnisdrang diese Beifallsgrenze auszuloten, zündeten wir die nächste Eskalationsstufe.
Desinteresse geht nun im Publikum um wie eine Turboepidemie. Der Erregerherd: wir. Die Menschen unterhielten sich jetzt wieder. Es gelang uns erneut ein vollkommen undifferenziertes Klangbild zu präsentieren, geformt aus Harmoniefolgen, die im unerbittlichen Mainstream der letzten Jahrzehnte Ecken und Kanten verloren haben und veredelt von zufällig wirkenden Gesangslauten, deren musikalische Halbwertszeit die Stecke vom Mund zum Mikrofon nicht zu überdauern vermochte.
Das sind harte Brötchen für die Ohren. Und da war er der magische Moment einer Grenzüberwindung. Das fulminante Finale. Das Paraxodon der Vereinigung von unvereinbaren Gegensätzen. Die Weisheit stellte sich ins Licht der Wahrheit und schenkte uns den Schatten der Erkenntnis (Welch‘ schöner Satz, ich hoffe, er ergibt Sinn).
Ein Moment von absoluter Einigkeit. Konsens in einer Gruppe, wo Interessen, Neigungen und Ansichten so zersplittert sind wie zu Boden gefallene Bierflaschen. Nicht ein im Ansatz erkennbarer Gestus, der eventuell im tatsächlichen Vollzug des Applaudierens abschließt. Zu welcher Gelegenheit herrscht schon solche überwältigende Einstimmigkeit.
Das geht über Schwarmintelligenz hinaus. Einzelne bewegen sich zum Zentrum des Schwarms und schauen was der Nachbar tut. Nein, alle schwimmen wie von unsichtbarer Macht gelenkt in die gleiche Richtung gegen den Strom sozialer Konventionen, denen zu erliegen ein Leichtes ist. Keiner klatscht. Ja, jeder tut gerade so als wäre das eben nie passiert.
Tragisch ist‘s für den, der die Schönheit der Ruhe, die sonst so jäh von rauschendem, tosendem, hagelnden, nieselndem oder plätscherndem Applaus verdorben wird, nicht erkennt. In dem Fall, der Sänger. Oder er hat in Augen der Medusa der Freude gesehen, was seinen versteinerten Gesichtsausdruck erklären würde.
Im Fall von Applaus halte ich es gerne wie mit Gesellschaft. Keine ist besser als schlechte Gesellschaft. Lieber ein ehrliches Nicht-Klatschen als verlogener Beifall. Selbst Buh-Rufe sind erfrischend, besonders wenn sie mit fliegendem Gemüse unterstrichen werden. Dieser Grenze konnte ich mich empirisch noch nicht nähern, aber ich arbeite daran.
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Vom »Nicht von hier sein«
By Paul | April 1, 2010
Der erste Apperitivo zu unserem bald erscheinenden Langspielplatte »Ein Strauß bunter Melodien«. Thomas Dutronc komponierte diesen fluffigen Song und inspirierte uns zu dieser eigenen Interpretation:
J’suis pas d’ici (mp3 – download)
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CeBit 2010: G-Data empfängt FB
By Paul | March 3, 2010
Am 4.März werden Funky Breeze in Hannover auf der CeBit ein kleines Konzert geben. Letztes Jahr, beim Gastgeber der G-Data Software AG hat der Gitarrenonkel Paul einen Kurier-Job bestritten. Das Instrument sicherheitshalber mit im Gepäck sorgte er überwiegend für »positives Credo« (*zwinker* zu J.) auf der Lounge-Bühne. Dieses Jahr ohne Kurier-Verpflichtungen aber mit einer Menge neuem Material und seiner Sängerin im Schlepptau gibts ein Wiedersehen mit den sympathischen Leuten der Software-Schmiede. Das famose Joanna Eden Trio wird auch da sein. Eine unbedingte Hörempfehlung.
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Neue Langspiel-CD kommt – zweifach
By Paul | March 1, 2010
Anfang Februar liefen die gemeinsamen Aufnahmesitzungen. In einem provisorisch eingerichteten Studio, irgendwo in der Einöde der städtischen Industriebrache. Zwei Dudes mit akustischen Gitarren, eine Sängerin und nicht zuletzt eine Violinspielerin fanden eine Woche lang zusammen. Ein Dutzend Lieder. Ein hochgestecktes Ziel. Eine interessante Zusammenstellung an Titeln. Keine Eigenkompositionen, doch originelle Interpretationen einer der Durchschnittshöhrerschaft überwiegend weniger geläufigen Musik.
Tango, Django-Reinhardt-Jazz, Nashville-Fingerstyle, Klezmer, IrgendwieJazz, Bossa Nova. Fahrstuhlmusik? Vielleicht, wenn’s denn in den musikalischen Himmel gehen soll, ja!
Einige Titel und Solo-Parts müssen noch eingefangen werden. Anfang April soll’s fertig sein. Appetithäppchen wird’s hier geben. Bald.
Das Zweite: Mr. Love und Dr. Snyder arbeiten gemeinsam an Ihrem Debut-Album. Elf Eigenkompositionen. Wiederrum zwei Akustikgitarren. Geradlinige auf das Wesentliche heruntergekochte Lieder. Wort und Ton tollen leichtfüßig Hand an Hand durchs Blumenbeet des naiven Frohsinns. Et voila, ein Strauß bunter Melodien. Darunter die unter den Fans beliebten Kracher: »Gewohnheitstier« und »Ich langweil‘ mich nie«. Angepeilte Fertigstellung: Anfang Mai. Konzerte sollen folgen.
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Chopin meets Paganini
By Paul | December 2, 2009
Ein wundervolles Stück. Behutsam verspielt als sei das Manual zerbrechlich. In einem seiner berüchtigten Warschauer Gigs inspirierte der Teufelsgeiger Niccolò Paganini den Wunderpianisten Frédéric Chopin zu diesem Wiegenlied. Die Melodie entsprang weder Paganinis noch Chopins Feder und kam wohl aus neopolitanischer Gegend zum Violinisten hinübergeweht. In Deutschland erlangte sie in einem Kinderlied Bekanntheit. Welches ist es?
(Tipp: Es handelt sich nicht um das beliebte Ich lieg’ im Bett und schwitz’)
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Funky Breeze in Boilstädt
By Paul | December 1, 2009

Boilstädt von oben (Foto: Thomas Ritter)
Boilstädt. Eine Randerscheinung von Gotha. Viele Tage bleiben den Boilstädtern nicht, um von ihrer liebgewonnenen Ruhe ihres beschaulichen Örtchens Abschied zu nehmen. Funky Breeze schenkt seinen Jüngern einen weiteren Wallfahrtsort.
Das Klangritual beginnt nach gregorianischem Kalender am Freitag dem 4.Dezember 2009 in dem zentralen Trink-Lokal. So viele gibt’s da nicht. Einfach Ortskundige nach dem Weg zur Erleuchtung fragen. Oder den Menschenmassen folgen. Funky Breeze wird die Messe zusammen mit den Glaubensbrüdern von Blues Cajon halten. Die Pforten öffnen sich 20 17 Uhr.
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Sozialstudie, ep. 1: “War alles in Ordnung?”
By Paul | November 26, 2009
An der Kasse eines Supermarkts begegnet sie mir immer wieder. Diese bohrende Frage. Heute morgen erneut. Warum drängeln die Menschen hinter mir in der Schlange an der Kasse und setzen mich unter Druck, indem sie mir auf die Pelle rücken, dass ich Angst bekomme, ich könnte deren modriges Atemgeschnaufe im Nacken spüren? Oder sie beginnen mich erbarmungslos zwischen ihrem Einkaufswagen und meiner Vorderperson zu zerquetschen.
Dieser Quetschvorgang scheint mit der Einkaufsmenge, die ich auf’s Band lege zusammenzuhängen. Nur eine Packung Kaugummi das Gedränge geht los. Ich noch völlig fassungs- und sprachlos über dieses Fehlverhalten gebe der Kassierin Geld (es ist immer eine Kassierin) und sie fragt mich in einer lobotomierten Gleichgültigkeit, ob alles in Ordnung sei?
In solchen Momenten übe ich mein Lieblingsverwirrungstrick. Ja sagen und den Kopf langsam schütteln. Das hilft mir komischerweise immerwieder nicht durchzudrehen.
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Empfehlung des Tages: DJ Che und Beatz aus Styropor
By Paul | October 12, 2009

Tekkno, House, Minimal. Unser Leben hat wieder ein Sinn, denn ein Freund hat kürzlich einen Blog eröffnet, auf dem er seine heiße Tekke veröffentlicht. Eine Offenbarung für jeden der dikke Beatz mag und auf Plastik-Sounds steht.
In einem Interview gab der etwas menschenscheue Künstler preis, dass er die Besucher seiner Seite nicht kennenlernen möchte und generell jeglichen Kontakt mit Menschen meidet. Das Wichtigste sei ihm die Musik. Die steht bei DJ Che im Mittelpunkt. Meine Empfehlung: Downloaden und reinziehen bis das Styropor der Plastik-Beats aus dem Lautsprecher rieselt.
http://djchetekke.blogspot.com/
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»Tag der Jugend« – FB war dabei
By Paul | May 13, 2009
Aus Bad Langensalza. Das alljährlich vom Kulturverein Stadtmauerturm organisierte Event lockte erneut zählige Besucher auf den Platz zu Füßen der Marktkirche. Unter dem Motto: »Mut zur Demokratie« führte ein launiger Moderator vom Radio durchs Programm. Zur Auflockerung spielten vier Bands. Punk, Rock, Folk, HipHop. In dieser Reihenfolge. Farblos eine junge Punkband aus der Gegend rotzte ordentlich einen los. Das war nie Musik, die mich ansprach, aber die Jungs haben eine solide Show geboten. Vielleicht etwas zu lieb, konventionell und unanarchisch.
Danach: Anger 77. Seit Zeiten des Umbruchs der frühen neunziger Jahre haben die Erfurter mal mehr mal weniger erfolgreich den typischen Deutschrock vertreten. Als nächstes betraten Funky Breeze das Feld und beruhigten die vereinzelten Massen mit ihrem im Vergleich geringen Lärmpegel. Eine halbe Stunde hielt die Verschnaufpause bis sich sich Tonträger im Eröffnungssong »Back To Beat« zurück zu Hip Hop der alten Schule besannen.
+++Links+++
Funky Breeze
Anger 77
Tonträger
Farblos
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