May 13th, 2009
Aus Bad Langensalza. Das alljährlich vom Kulturverein Stadtmauerturm organisierte Event lockte erneut zählige Besucher auf den Platz zu Füßen der Marktkirche. Unter dem Motto: »Mut zur Demokratie« führte ein launiger Moderator vom Radio durchs Programm. Zur Auflockerung spielten vier Bands. Punk, Rock, Folk, HipHop. In dieser Reihenfolge. Farblos eine junge Punkband aus der Gegend rotzte ordentlich einen los. Das war nie Musik, die mich ansprach, aber die Jungs haben eine solide Show geboten. Vielleicht etwas zu lieb, konventionell und unanarchisch.
Danach: Anger 77. Seit Zeiten des Umbruchs der frühen neunziger Jahre haben die Erfurter mal mehr mal weniger erfolgreich den typischen Deutschrock vertreten. Als nächstes betraten Funky Breeze das Feld und beruhigten die vereinzelten Massen mit ihrem im Vergleich geringen Lärmpegel. Eine halbe Stunde hielt die Verschnaufpause bis sich sich Tonträger im Eröffnungssong »Back To Beat« zurück zu Hip Hop der alten Schule besannen.
+++Links+++
Funky Breeze
Anger 77
Tonträger
Farblos
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May 6th, 2009
Ein Bluesrocker der alten Schule gastierte im ehemaligen Gewerkschaftshaus in Erfurt. Ich, der noch nie was von Walter Trout oder dessen Musik vernommen hat, folgte einer Einladung zum Konzert drinnen. Meine Eindrück von der Show glichen dem herrschenden Kackwetter draußen - gemischt und wechselhaft.Gut, dass der Mann auf der Bühne mit seiner Jonny Cash ähnlichen Stimme uns nach drei gespielten Stücken mitteilte, dass er nicht Walter Trout sei, sondern nur ein paar Songs zum Aufwärmen darböte. Lediglich begleitet vom minimalen Spiel seiner Akustikgitarre beschwor er in unaufgeregten, kurzen und geradlinigen Akustiknummern eine Lagerfeuerromantik, die das überwiegend wohlwollende Dienstagabendpublikum auf Konzerttemperatur brachte.
Hier fegt gleich der Blues-Taifun drüber.Walter und Band betreten nun die Bühne. Ich stehe in vorderster Reihe und blicke - wie sich noch herausstellen sollte - nur im direkten Wortsinn zu ihm herauf. Zum Vorspiel gab es ein wildes Gefichtel auf vielstrapazierten Bluestonleitern und stellte klar: Walters Fender Strat und der Mesa Boogie ergeben einen saftigen, etwas schärfer als goldbraun angebratenen Gitarrenklang. Eine erlesene Zutat für diesen bestimmenden Südstaaten-Sound irgendwo zwischen Texas und Tennessee. Eine Hammond-Orgel mit Leslie-Lautsprecher, der knackig mit Plektrum gespielte Bass und oben drauf der heiser-röhrige Gesang komplettierte diesen kalorienhaltigen Hauptgang.Serviert wurde er leider nur lauwarm. An Lautstärke wurde nicht gegeizt, nur war der PA-Sound unausgewogen. Zu drucklos der Bass, matt das Schlagzeug und zu undifferenziert war die Stimme abgemischt. Da sind sich die einzelnen Spuren in ihren Frequenzbereichen gegenseitig auf die Füße getreten. Das habe ich schon deutlich besser gehört. Jetzt liegt’s an der Band, ob ich dem Gewerksschaftshaus mit einem zufriedenen Lächeln entschwinde.
Walter in Arbeitskleidung und an seinem Arbeitsplatz.Dieses Lächeln sehe ich eher bei den Fans von rohem Bluesrock, der den Konventionen dieser Stilrichtung überwiegend treu bleibt. 12-Takt-Blues-Schema, Gitarrenlicks in der von Hendrix oder Stevie Ray Vaughan geprägten Phrasierung, ein paar Balladen zum Luftholen, die groovigen, geshuffelten Mid-Temp-Nummern und selbstverständlich Soloeinlagen vom trio infernale: Gitarre, Hammond-Orgel und Schlagwerk. Mir fehlten diese feinen Zwischentöne, die Pausen und die emotionale Tiefe die den Blues auszeichnen. Von dieser gefühlvolleren Seite zeigte sich der Grobian auf der Bühne an diesem Abend kaum. Der fichtelte sich lieber durchs Tonleitergestrüpp.Seine 40 Jahre alte Routine habe ich bemerkt und auch, dass seine Musik insbesondere aber seine Gitarrenkunst darunter gelitten hat. Blues muss ja nicht klinisch sauber sein. Wäre Walter mit der hier dargebotenen Präzision am Griffbrett Chirurg und operierte am offenen Herzen, wäre der Patient ohnehin tot. Der Mann übt schon lange nicht mehr, was man lediglich in den höhere Tempozonen dann aber deutlich hört. Und dorthin flüchtete er sich leider viel zu oft. Die soliden Songs waren mit Gitarreneskapaden überladen, die sich auch noch ab dem dritten Lied wiederholten. Da fehlte es an Originalität und Gespür für die Note und Pause zur richtigen Zeit.Wie weit die subjektiven Meinungen auseinander gehen können, machte mir ein langjähriger Fan von Walter Trout deutlich als er diesen Konzertabend als einen der qualitativ Besseren nannte. Mich hat diese Performance nicht überzeugt. Ein weiteres Konzert muss ich nicht sehen. Dann lieber die paar Kröten drauflegen und Popa Chubby ansehen oder den noch jungen aber hochtalentierten Dennis Hormes.
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April 8th, 2009
Gedankengänge sind dunkel und mühselig zu Ende zu führen vor allem wenn es um schöpferische Dinge geht wie Namen. Das fängt beim Bandnamen an. Funky Breeze. Klingt melodisch, frisch und gibt’s schon. Aber da wir mit Funk im eigentlichen Sinn soviel gemein haben wie Tokio Hotel mit fernöstlichen Übernachtungsmöglichkeiten ist es mir egal. Hauptsache da steht erstmal überhaupt etwas, das nicht hochgradig profan klingt wie Mann mit Gitarre - Frau mit Mikro; oder so unüberraschend wie Akustik Duo. Oder noch schlimmer: Wortspiele mit Saite wie Zartbesaitet, Saitensprung oder Saitenwind. Aaaargh!! Diese Hürde haben wir mit Blessuren überwunden, die nächste, den Namen unserer ersten CD, fand sich zum Glück ganz geschwind.
First Take. Und sobald mich Journalisten aus aller Welt mit Fragen nach dem Grund für diesen Namen löchern werden, setze ich mein selbstzufriedenes Honigkuchenlächeln auf und berichte davon, in welch kurzer Zeit wir die Aufnahmen im Kasten hatten. Fast alles first takes eben. Perfektionismus adé, hoch lebe der Kompromis. Ein Künstler muss ich immer an seiner schlechtesten Performanz messen lassen. Man stelle sich vor wir hätten nur perfekt gespielte Songs aufgenommen. Doch was heißt eigentlich perfekt? Ohne handwerkliche Fehler? Von Konventionen habe ich noch nie viel gehalten, aber aus fehlendem anarchischem Antrieb heraus habe ich sie dennoch stets befolgt. Damit ist jetzt Schluss. Ich präsentiere eine weitere künstlerisch befreite Nummer unseres jüngsten Werks.
Windy & Warm (instrumental) (3:03 min // 4.2 mb)
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March 31st, 2009
Was vor circa 1,5 Jahren begann trägt nun langsam Früchte. Mein gitarristischer Exkurs in akustische Gefilde macht mir soviel Spaß, dass ich genug angespornt war, mir tyle anzueignen. In Kollaboration mit einer wiskeygetränkten Frauenstimme haben wir das Gelernte in einem etwa 2-stündigen Programm verarbeitet.
»Lieber eine gute Interpretation als eine schlechte Kreation« könnte unser Motto lauten, denn eigene Songs gehören bislang weniger zu unserem Repertoire als eine mit Trüffelnase erschnüffelte Auswahl an Glanzstückchen.
Zum Beispiel ist da der Walking Blues (3:47 // 5.19 mb), der direkt aus dem Mississippi-Delta irgendwie in die Unstrut gelangte und dann über den Wasserhahn zu uns gespült worden zu sein scheint. 1937 hat der früh verstorbene Bluesmusiker Robert Johnson diesen Song veröffentlicht. Oder das etwas frischere Dream A Little Dream (2:22 // 3.25 mb) von einem gewissen Wilbur Schwandt. Wer sich diese und weitere Interpretationen live erleben möchte besucht einfach eines unserer nächsten Konzert.
Nächster Termin:
12.04.09 Smuggler’s Irish Pub in Weimar
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January 15th, 2009
Ich war heute auch im Kino. Bei mir zu Hause in einem provinzellen Kino, das ein Betreiber führt, der selten selbst einen seiner ausgestrahlten Filme sieht. Ein merkwürdiger Kerl. Sein Film-Enthusiasmus scheint sich mit dem der Stadtbevölkerung zu ähneln. Zumindest braucht man keine externen Kosten aus Rivalität im Konsum zu befürchten.
Monsieur Daniel Craig in seinem zweiten Lehrjahr als wortkarger, rauer, hölzener Angestellter beim britischen Geheimdienst. Er könnte also Beamter sein. »Erschreckend effizient« verrichtet James seine Arbeit. Es ist schön ihm dabei zuzusehen. Jeder Handgriff sitzt, er verschwendet keine Zeit. Ähnlich ging auch der Cutter zu Werke, der machte aus Actionszenen eine Sinnflut an Staccato-Bildern, das dem Verarbeitungszentrum des Betrachters immer ein paar Milisekunden vorauseilte. Da ging mir ja mir schon beim Zusehen die Luft aus. Dennoch blieb, der künstlich erzeugte Adrenalinschub, Herzklopfen und die Anspannung aus. Die Bilder, die Stunts, die Schauplätze waren für das Medium Großleinwand inszeniert. Die Action war erstklassig, doch schoben sie selten die Handlung voran.
Als wenn, jemand auf die Idee käme, das gesamte Silvesterfeuerwerk mitten in der im Tag zu zünden. Oder eine Geburtstagstorte zum Frühstück an einem x-beliebigen Tag zu essen. Ohne geeigenten Anlass macht auch sowas nur wenig Spaß. Ein Quantum Trost macht gerade noch Spaß. Es ist ein klassischer James Bond ohne seine altbekanten Spielereien und Technickgimmicks, ohne alberne TuttiFrutti-Erotik. Das ist hervorragend. Aber leider, fehlen die klassischen Momente, die sich in Filmgeschichte verewigten. Momente, die vielmehr transportieren und senden als sie im Offensichtlichen zeigen. Davon gibt’s in diesem aktuellen Bond nur wenige.
Wer den ersten Einsatz Craigs mochte, wird auch hier nicht völlig enttäuscht werden. Die Handlung hat Gegenwartsbezug, politische Seilschaften, Korruption, Profitgier. Doch für etwa 105 Minuten haben die Drehbuchautoren ein paar Fässer zuviel geöffnet. Von 10 Punkten würde ich 6 geben. Erwartungen erfüllt. Handwerklich toll. Dramaturgisch leider nicht so pralle.
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January 15th, 2009
Der letzte Beitrag hier ist schon fast ein Jahr alt. Der Grund liegt diesmal nicht ausschließlich in meiner mit Akribie kultivierten Phaulheit, sondern in einem Projekt (Doktorarbeit Diplomarbeit), dass meine ganze Aufmerksamkeit beanspruchte. Jetzt ist Es abgeschlossen und ich nutze den Schreibschwung, solange er noch da ist für andere schönere Dinge wie diesen Blog hier.
Dennoch hat mich mein Guitartrip auch wenn es hier verdächtig nach Stillstand riecht - in Regionen geführt, die ich zu je erreichen nicht gedacht hätte. Nein, ich habe mich nicht in ein Erdloch vergraben, um als Eremit in zivilisationsfreier Zone zu verweilen. Das ist Plan B. Was ich meine ist: Ich habe wieder ein bisschen geübt und neue Dinge gelernt. Dinge, die ich unbedingt hier veröffentlichen möchte.
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February 24th, 2008
Manche Zeitgenossen, vor allem die, die meiner schallenden brotlosen Kunst seit mehr als einer Dekade ausgesetzt sind - an dieser Stelle möchte ich ein paar liebe Grüße an meine Eltern schicken - ahnen schon nach den ersten zwei gespielten Tönen von Hey Hey, was da in den nächsten zwei Minuten auf sie zukommt.
Nein, sie ahnen es nicht, sie wissen es: “Oh, das Stück kommt mir bekannt vor und dabei habe ich es erst abgerundet einhunderttausend mal gehört!” Da mir das Lied selbst schon bald aus den Ohren raushängt wie Frau Holles Bettwäsche aus dem Fenster, habe ich improvisiert, dazugesponnen und alteriert.
Hey Hey [extended] (mp3 / 3mb)
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February 23rd, 2008
Ein Blues, der mir das Herz erwärmt. Von mir in einer eher geradlinigen verswingten Art. (Wem’s gefällt…)
Vorwarnung: Ich habe mir die Freiheit erlaubt, das Stück mit Soli in die Länge zu ziehen.
Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen.
West Coast Blues (mp3 / 5mb)
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January 31st, 2008

Manchmal überkommt mich das Verlangen und ich träume mich mitten im Tag hinfort zur Copacabana, dem berühmten Strandabschnitt in Rio de Janeiro oder irgendeinem anderen Platz, an dem es viel Sonne schneit, die Mauken angenehm vom glühenden Sand gegaart werden und das Meer ohne die Schultern zu zucken jeden Stress vergangener Wochen davonspühlt.
Einen Hauch dieser Vorstellung skizziert eine verschollene und wiederaufgetauchte Stehgreifkomposition. Falls die Weben verhangene Dunkelkammer, mein Erinnerungsvermögen richtig liegt, habe ich diesen Anflug von Südamerika-Fernweh im Januar 2005 aufgezeichnet. Kommentare dazu sind erwünscht!
Longing For Copacabana (mp3 / 2MB)
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January 26th, 2008
Hallo Nachbarn, mit folgendem Stück dürfte ich mein Pensum an kulturellem Austausch für 2008 erfüllt haben. Hot-Club Jazz der 40ger gepaart mit Mozarts Türkischer Marsch. Dabei bin ich sicherlich erst der 500.000ste, der meint, Mozarts Erbe besudeln zu müssen.
Django Alla Turk (mp3 // 2.50 MB)

Erfinder des Gypsy-Jazz: Django Baptiste Rheinardt.
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